Kategorie: Software

  • xkb: Shift+Ctrl statt Caps Lock

    Nur wenigen benötigen tagtäglich die Feststelltaste (Caps Lock). Daher bietet GNOME (über gnome-tweak-tool bzw. über gsettings/dconf-editor) auch die Möglichkeit, die Caps-Lock-Taste auszustellen oder als zusätzliche Alt, AltGr, Strg/Ctrl, Hyper, Super oder ESC-Taste zu benutzen. Leider ist es aber über Bordmittel nicht direkt vorgesehen, die Feststelltaste bspw. durch Ctrl+Alt oder Shift+Ctrl (Umschalttaste+Strg) zu ersetzen.

    Für letzteres ist etwas Arbeit notwendig:

    1. Die Änderung der Tastenzuordung erfolgt über eine neue symbols-Datei unter /usr/share/X11/xkb/symbols/ bspw. mit dem Namen „sgcaps“ und folgendem Inhalt:

      partial modifier_keys
      xkb_symbols "sg_capskeys" {
      replace key <CAPS> {
      type[Group1] = "ONE_LEVEL",
      symbols[Group1] = [ Caps_Lock ],
      actions[Group1] = [ SetMods(modifiers=Shift+Control) ]
      };
      };

    2. Die neue Option „sg_capskeys“ muss dann in /usr/share/X11/xkb/rules/evdev mit einer neuen Zeile unter dem Punkt „! option = symbols“ bekanntgegeben werden:

      sgcaps:sg_capskeys = +sgcaps(sg_capskeys)

    3. Jetzt die Option in /usr/share/X11/xkb/rules/evdev.lst noch mit einer neuen Zeile unter „! option“ auswählbar machen und beschreiben:

      sgcaps:sg_capskeys Caps to Shift+Ctrl

    4. Mittels dconf-editor unter /org/gnome/desktop/input-sources/xkb-options die neue Option durch eintragen der folgenen Zeile unter „Eigener Wert“ auswählen (bei vorhandenem Vorteintrag mit Komma ohne [] anhängen, s. Bild):

      ['sgcaps:sg_capskeys']

    Jetzt sollte es problemlos möglich sein, bspw. bei LibreOffice Umschalt+Strg+F zum Einfügen für Fußnoten als Shortcut zu setzen und diesen mittels Caps Lock+F (Feststelltaste+F) auszulösen.

    Quellen und weiterführende Links

  • HP EliteBook x360 830 G6

    Das EliteBook x360 830 G6 ist trotz seiner schrecklichen Benennung ein interessantes Notebook (Convertible), das sich dank 360-Grad-Scharnier auch in ein (schweres) Tablet (1,35 kg) verwandeln lässt und Stift-Input (Wacom-AES) besitzt.

    The Good

    Mein Modell des EliteBook x360 G6 kommt mit einem Full-HD Display (Auflösung von 1920 x 1080 Pixel) mit 400-nits Helligkeit daher. Es ist durch Gorilla Glas geschützt, unterstützt 10-Punkt-MultiTouch und den HP Pen. Das Beste ist aber: es lässt sich mit einem matten Display ordern. In diesem Fall ist das Gorilla Glas geätzt und reflektiert daher kaum noch Licht, es gibt also keine Spiegelungen. Das Display wird von den zwei 360-Grad-Scharnieren ganz gut in Position gehalten und sollte auch bei Zugfahrten ein vernünftiges Arbeiten ermöglichen.

    Unauffälliges Lüfterverhalten. Der Lüfter bleibt bei Nichtbeanspruchung aus und dreht bei normaler Last, etwa bei großen Word-Dokumenten, nur gelegentlich kurz auf, ohne dabei zu stören.

    Leise Tastatur und dumpf klickendes Touchpad (mit Glasoberfläche).

    Aufrüstbarkeit ist gegeben! Der Boden des Notebooks lässt sich leicht (Torx-Schraubendreher vorausgesetzt) entfernen. Dann bietet das EliteBook: 1x m.2 SSD-Slot, 1x WLan-Slot, 1x m.2 WWAN-Slot (Antennen waren bei mir vorverlegt), 2x SO-DIMM RAM-Slots. Für ein 1,35 kg schweres und 16,9 mm dickes Convertible ziemlich gut.

    Anschlussvielfalt: 2x USB-C/Thunderbolt 3, 1x HDMI, 2x USB 3.1, 1x prop. Ladeanschluss, 1x SmartCard-Reader, 1x Audio, 1x SIM.

    Der HP Pen braucht keine Batterien, da er über einen per USB-C aufladbaren Akku verfügt. Der Stift kann an der rechten Gehäuseseite magnetisch befestigt werden.

    Lüfter befindet sich auf der linken Gehäuseseite, bläst bei Rechtshändern also nicht auf die Maushand.

    Die Kamera ist (wie bei vielen der neueren ThinkPads) mit einem „Schieber“ ausgestattet, der die Linse mechanisch verdecken kann (HP Privacy Camera).

    GNU/Linux (getestet mit Fedora 32) läuft ziemlich einwandfrei. Für den Sound muss man die ALSA-Treiber nachinstallieren, dann gehen Lautsprecher und Mikrofon problemlos. Standby funktioniert (Akku hält dann etwa 8 Tage). Die Laufzeit liegt mit TLP und 1/4 Displayhelligkeit mit leichter Arbeit bei 12-14 Stunden. Touchscreen und HP Pen (Bluetooth-Verbindung ist für die normale Stiftfunktion und Seitentasten nicht nötig) funktionieren. Das Display rotiert bei Drehung des EliteBooks automatisch und schnell mit. Tastatur und Touchpad schalten sich zuverlässig beim Zurückklappen des Displays automatisch aus und an. Die Kamera funktioniert (nicht ausprobiert habe ich die IR-Funktion, SmartCard-Reader und Fingerabdruck-Scanner). Auch die meisten Sondertasten (inkl. äußerer Lautstärke-Wippe) funktionieren (Mikrofon An/Aus geht nicht).

    The Bad

    Coil-Whine! Leider ist das EliteBook von lautem und in 80cm gut hörbaren Coil-Whine geplagt. Das gilt aber nicht im Notebook-/Tabletbetrieb! Wirklich deutlich hörbar und nervig ist der Coil-Whine mit angeschlossenem externen Monitor (über USB-C/Thunderbolt 3) – und dann insbesondere beim Scrollen (etwa im FireFox). Es scheint sich also um GPU-Coil-Whine zu handeln.

    Trotz Anschlussvielfalt hat es leider nicht für einen (micro)-SD-Kartenleser gereicht.

    Leider ist das Tochpad bei mir relativ unebenen verbaut. Es fällt auf der rechten Seite nach vorne stark ab (hängt evtl. auch damit zusammen, dass es mechanisch nur einen Auslösepunkt vorne in der Mitte gibt). Das Touchpad lässt sich außerdem nur im vorderen Bereich klicken.

    The Ugly

    Der Displaydeckel des EliteBook bietet locker Platz für ein 16:10 oder gar 4:3 Panel. Leider verbaut HP aber nur einen 16:9 Sehschlitz… entsprechend breit sind die ober- und unterhalb des Displays anzutreffenden Trauerränder. Und mit breit meine ich wirklich breit (die Seitenränder fallen dagegen recht schmal aus).

    Es liegt vermutlich am geätzten Glas: die Spitze des HP Pen neigt manchmal dazu, etwas unangenehm zu quietschen, wenn man unter einem bestimmten Winkel oder mit gewissem Druck über das Display fährt.

    Das (USB-C) Netzteil ist an sich zwar klein, verfügt aber über ein dreipoliges/ dreiadriges Stromkabel mit entsprechend dickem Stecker.

    Der HP Pen verdeckt die USB-C/Thunderbolt 3 Anschlüsse, wenn man ihn magnetisch an der rechten Notebookseite befestigt.

    An die Pfeiltasten muss man sich erstmal gewöhnen (selbst wenn man das grundsätzlich ähnliche Layout von Apples Butterfly-Keyboard gewohnt ist), da die Pfeil-Hoch- und Runtertaste sehr schmal aber breit sind und die Pfeil-Recht- und Linkstaste nochmal ein stückweit abgesetzt sind.

    Weiterführend

    Bei Notebookcheck gibt es einen Test des EliteBook (mit dem nochmals helleren SureView-Privacy-Display).

  • Microsoft Surface Pro X – 7zip@ARM64

    Ich habe den 7-zip FileManager (7zFM.exe) in der aktuellen Version 19.00 nativ für ARM64 compiliert. Funktioniert auf meinem Surface Pro X soweit problemlos.

    Downloadlink: 7zFM.exe.bz2

    SHA256 Prüfsumme:

    7f52d43a2fe519e0c04e447d0e14c76a887201648269e46d3a5bc74a7faf83e2

  • Microsoft Surface Pro X – Software für Windows on ARM (WoA) oder: Bedingt einsatzbereit

    Das Surface Pro X von Microsoft basiert auf der ARM-Prozessor-Architektur. In der Folge können keine „normalen“ (nativ für x86 bzw. x86-64 compilierte) Windows-Programme ausgeführt werden. Zumindest gibt es einen Emulator für 32bit-Software – die wird dann aber entsprechend verlangsamt ausgeführt (wobei ich mit allen unten aufgeführten Programmen im täglichen Gebrauch vernünftig arbeiten kann).

    Wenn möglich, sollte also auf native ARM64-Software (AArch64) zurückgegriffen werden. Was sich im Augenblick noch als sehr schwierig herausstellt, weil es sie kaum gibt. Im Microsoft Store (der mittlerweile immerhin nur noch auf dem Surface Pro X auch lauffähige UWP Apps auflistet) kann man sich immerhin unter dem Reiter „Systemanforderungen“ zu jeder App die Architektur ansehen, für die diese App compiliert wurde. Hier sollte man also möglichst Apps mit ARM oder ARM64 den Vorzug geben. Trotzdem bleibt die Auswahl bislang beschränkt. Darüber hinaus steht immer die Gefahr im Raum, dass die 32bit-Versionen eines jetzt noch verfügbaren Windows Programms in Zukunft nicht mehr weiter gepflegt wird (oder gar nicht gibt, wie leider bei Signal für Windows).

    Hier mal die Liste der von mir eingesetzten Programme, an der man das Problem ganz gut sehen kann:

    TypProgrammArchitekturLinkOSS?
    BrowserFirefox NightlyARM64Linkx
    MediaPlayerVLCARM64Linkx
    VPN-ClientCisco AnyConnectARM64Link
    EditorNotepad2ARM64Linkx
    OfficeMicrosoft Office 365ARM64/ 32bit x86Link
    Mail-ClientThunderbird32bit x86Linkx
    LiteraturverwaltungZotero32bit x86Linkx
    GrafikGimp32bit x86Linkx
    StatistikPSPP32bit x86Linkx
    PasswortmanagerKeePass 232bit x86Linkx
    VektorInkscape32bit x86Linkx
    FTP-Client FileZilla 32bit x86 Linkx
    DatenbankDB Browser for SQLite32bit x86Linkx
    TypMicrosoft Store AppArchitekturLink OSS?
    PDF-AnnotationDrawboard PDFARMLink
    NotizenMicrosoft OneNoteARMLink
    VideoNetflixARM64Link

    Zumindest gibt es bei der genutzen Open Source Software die Hoffnung, dass früher oder später jemand mal einen Cross-Compile für ARM64 versucht.

    EDIT:

    Eine immer mal wieder aufgefüllte Liste mit (nicht) kompatiblen Apps und Programmen für das Surface Pro X gibt es HIER.

  • Microsoft Surface Pro X – Externes Display

    Erstmal das Gute vorweg: ein 4k Display mit 3840 x 2160 Pixeln lässt sich am Surface Pro X problemlos mit 60Hz betreiben (getestet mit LG 27UD88). Bei meinem Samsung C34J791 mit 3440 x 1440 funktionieren aber leider auch nur die 60Hz – die von Monitorseite her möglichen 100Hz lassen sich dagegen nicht auswählen (außerdem werden am Samsung über dessen USB-Hub angeschlossene Geräte wie Tastatur und Maus nicht erkannt).

    Wirklich schlecht umgesetzt sind die automatischen Abläufe beim Anschluss eines externen Displays. Wenn ich mein im Betrieb befindliches Surface Pro X mit angedocktem Type Cover mit einem USB-C Monitor (mit daran angeschlossener Tastatur und Maus) verbinde, erwarte ich das folgende Verhalten: Windows 10 hat sich gemerkt, dass ich bei einer Verbindung mit diesem Monitor nur das externe Display angeschaltet haben möchte, wechselt entsprechend die Bildausgabe und ich kann das Type Cover zuklappen und einfach an der externen Tastatur und Maus weiterarbeiten.

    Was macht Windows 10 auf dem Surface Pro X stattdessen? Zunächst einmal erweitert Windows grundsätzlich das Bild auf das externe Display. Klappe ich dann das Type Cover zu, geht das Surface Pro X in den Ruhemodus. Mit der externen Tastatur oder Maus kann ich das Surface dann zwar wieder aufwecken, das triggert dann aber erstmal die Windows Hello Gesichtserkennung (die mit zugeklapptem Type Cover natürlich nicht funktioniert), irgendwann kommt dann die Pin-Eingabemaske. Nach der Eingabe wird man anschließend vom Tablet-Modus auf dem externen Display begrüßt, weil das Tablet bei abgedocktem Type Cover natürlich automatisch in den Tablet-Modus wechseln soll – leider gibt es da keine Ausnahme bei angeschlossenem externen Display…

    So macht das echt keinen Spaß.

  • Fedora 30@Lenovo ThinkPad T490s

    Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht darüber, wie gut sich das neue Lenovo ThinkPad T490s unter GNU/Linux am Beispiel von Fedora 30 schlägt.
    Die folgenden Ausführungen beziehen sich dabei auf:

    • Lenovo ThinkPad T490s (i5-8265U, Low-Power-Full-HD), mit BIOS Version 1.7
    • Fedora 30 64bit
    • Kernel 5.1.7

    Das Starten der Live Version von Fedora 30 funktioniert mit UEFI problemlos (nicht mit aktiviertem SecureBoot getestet). Die Out-of-the-Box Funktionsfähigkeit des ThinkPad T490s sieht unter Fedora 30 mit akutalisiertem Kernel gut aus, wie in der folgenden Tabelle zu sehen.

    FunktionStand der Dinge
    TouchpadTapToClick und TwoFingerScroll funktionieren.
    PinchToZoom funktioniert (Dokumentenbetrachter)
    Hardware Links-/Rechtklick funktionieren.
    Separates Abschalten des Touchpad funktioniert (Abschalten im BIOS hat keine Auswirkung)
    Handballenerkennung (palm rejection) funktioniert.
    TastaturFunktioniert problemlos.
    TrackPointFunktioniert problemlos.
    TrackPoint TastenFunktioniert problemlos (inkl. scrollen über mittlere Taste).
    USB-C AnschlussAufladen ohne Probleme (neben dem Originalnetzteil getestet mit Lenovo 45 Watt).
    USB-C auf HDMI: problemlos (4k 60Hz).
    Aufladen über USB-C Powerbank: funktioniert (getestet mit: Aukey).

    USB-C auf VGA: nicht getestet.
    USB-C auf USB-A: nicht getestet.

    USB-C Festplatte: funktioniert.
    USB-C Monitor/Dock: Aufladen, USB-Ports und Video problemlos (4k 60Hz an LG Monitor getestet).
    USB-C Anschluss   (mit Thunderbolt 3) Aufladen ohne Probleme (neben dem Originalnetzteil getestet mit Lenovo 45 Watt).
    USB-C auf HDMI: problemlos (4k 60Hz).
    Aufladen über USB-C Powerbank: funktioniert (getestet mit: Aukey).

    USB-C auf VGA: nicht getestet.
    USB-C auf USB-A: nicht getestet.

    Thunderbolt über USB-C: USB (Maus, Tastatur) und Video problemlos (4k 100Hz an Samsung C34J791 getestet).
    USB-C Monitor/Dock: Aufladen, Video und USB-Ports funktionieren problemlos (an LG 27UD88  getestet).
    KameraFunktioniert problemlos.
    Fingerprint ReaderNicht getestet, soll nicht funktionieren.
    SmartCard ReaderNicht getestet, soll funktionieren.
    AudioSoundausgabe funktioniert problemlos.
    Mikrofon funktioniert problemlos.
    WLanFunktioniert problemlos.
    BluetoothFunktioniert problemlos.
    WWAN/ LTEnicht vorhanden (aber nachrüstbar, Antennen vorhanden).
    USB-A AnschlussFunktioniert problemlos.
    HDMI AnschlussFunktioniert problemlos.
    RJ45-NetzwerkanschlussNicht getestet, nur über propritären Adapter.
    KopfhöreranschlussFunktioniert problemlos.
    MicroSD-KartenleserFunktioniert problemlos (Karte verschwindet durch Tray vollständig im Gehäuse).
    Sleep/Wakeup   (beim Zuklappen) Funktioniert erst nach „Eingriff„.
    StandbyFunktioniert erst nach „Eingriff„.
    ShortcutsStand der Dinge
    Bildschirmhelligkeit (F5+F6)Funktionieren problemlos.
    Keyboard Backlight (Space)Funktioniert problemlos.
    Lautstärke (F1+F2+F3)Funktionieren problemlos (lautlos inkl. Licht).
    Mikrofon (F4)Funktioniert problemlos (stumm inkl. Licht).
    Externer Bildschirm (F7)Funktioniert problemlos.
    FnLock (F1)Funktioniert problemlos (inkl. Licht).
    Flugmodus (F8)Funktioniert problemlos.
    Einstellungen (F9)Funktioniert problemlos.
    Bluetooth (F10)Funktioniert problemlos.
    Keyboard (F11)Funktioniert nicht (xev zeigt kein Keyevent).
    Lesezeichen (F12)Funktioniert problemlos.

    Stromverbrauch (tlp installiert):

    • Im Standby verliert das ThinkPad T490s innerhalb von 24 Stunden etwa 15% Akkukapazität. Die Standbyzeit beträgt damit hochgerechnet etwas 6,7 Tage.
    • Bei leichter Arbeit (LibreOffice Writer, Firefox WordPress, Evolution) komme ich auf einen Verbrauch von um die 5 Watt (bei einer Bildschirmhelligkeit von Stufe 4 = 20%). Die Laufzeit liegt damit bei etwa 11 Stunden.
  • Fedora 30@ThinkPad T490s: Suspend Error

    Nach der Installation von Fedora 30 und TLP auf dem Lenovo ThinkPad T490s funktioniert der Wechsel in den Standby (Suspend to RAM; STR) beim Schließen des Notebookdeckels oder Nutzung des Suspend-Buttons nicht. Stattdessen gibt es nur eine Fehlermeldung im Journal:

    pci_pm_suspend(): hcd_pci_suspend+0x0/0x30 returns -16
    dpm_run_callback(): pci_pm_suspend+0x0/0x170 returns -16
    PM: Device 0000:00:14.0 failed to suspend async: error -16
    PM: Some devices failed to suspend, or early wake event detected

    Um diesen Fehler im xhci Controller zu beheben, muss nur eine Datei, etwa mit dem Namen „xhci.sh“, im Verzeichnis „/usr/lib/systemd/system-sleep/“ mit dem folgenden Inhalt angelegt werden:

    #!/bin/sh
    
    if [ "${1}" == "pre" ]; then
      # Do the thing you want before suspend here, e.g.:
      echo "Disable broken xhci module before suspending at $(date)..." > /tmp/systemd_suspend_test
      grep XHC.*enable /proc/acpi/wakeup && echo XHC > /proc/acpi/wakeup
    elif [ "${1}" == "post" ]; then
      # Do the thing you want after resume here, e.g.:
      echo "Enable broken xhci module at wakeup from $(date)" >> /tmp/systemd_suspend_test
      grep XHC.*disable /proc/acpi/wakeup && echo XHC > /proc/acpi/wakeup
    fi

    Anschließend die Datei noch ausführbar machen:

    sudo chmod +x /usr/lib/systemd/system-sleep/xhci.sh

    Im Anschluss sollte sich das ThinkPad T490s normal in den Standby versetzen lassen. Der Batterieverbrauch liegt dann etwa bei 15% innerhalb von 24 Stunden, was zu einer Standbyzeit von etwa 6,7 Tagen führt.

    Quellen:

  • GNU/Linux@Dell Latitude 7490: Scrollen mit mittlerer TrackStick-Taste

    Im Gegensatz zu den TrackPoints bei Lenovo Notebooks kann der TrackStick des Dell Latitude 7490 nicht ohne Anpassungen in Kombination mit der mittleren TrackStick-Taste zum Scrollen benutzt werden. Es gibt aber sowohl für X11 als auch Wayland eine Möglichkeit, dem Latitutde middle-button-scroll beizubringen. Bei mir funktioniert beides unter Fedora 29.

    Unter X11

    Wer noch X11 nutzt, hat es am Einfachsten. Hier muss nur eine Konfiguration für libinput erstellt werden. Also einfach den folgenden Inhalt kopieren und als Datei unter „/etc/X11/xorg.conf.d/40-libinput-trackpoint.conf“ oder „/usr/share/X11/xorg.conf.d/40-libinput-trackpoint.conf“ speichern.

    Datei „40-libinput-trackpoint.conf“

    Section "InputClass"
            Identifier "Trackpoint Scroll"          
            MatchIsPointer "on"                    
            MatchDevicePath "/dev/input/event*"  
            Option "ScrollMethod" "button"
            Option "ScrollButton" "2"
            Driver "libinput"                          
    EndSection

    Wer statt libinput lieber evdev nutzen möchte, findet bei Francesco Provino eine alternative Konfiguration.

    Credit/Quelle: askubuntu.com


    Unter Wayland

    Unter Wayland ist eine einfache Anassung per libinput Konfiguration nicht möglich. PeterCyx hat aber eine (vielleicht nicht unbedingt schönen, aber funktionierenden) Workaround gefunden. Dafür den folgenden Inhalt als Datei unter „/usr/lib/hook/hook.c“ speichern.

    Datei „hook.c“

    #define _GNU_SOURCE
    #include <dlfcn.h>
    #include <libinput.h>
    
    typedef const char* (*orig_get_name_t)(struct libinput_device *device);
    
    const char* libinput_device_get_name(struct libinput_device *device) {
      set_scroll_emulation(device); // Inject the code to set scrolling emulation
      orig_get_name_t orig_get_name;
      orig_get_name = (orig_get_name_t) dlsym(RTLD_NEXT, "libinput_device_get_name");
      return orig_get_name(device);
    }
    
    void set_scroll_emulation(struct libinput_device *device) {
      libinput_device_config_middle_emulation_set_enabled(device, LIBINPUT_CONFIG_MIDDLE_EMULATION_ENABLED);
      libinput_device_config_scroll_set_method(device, LIBINPUT_CONFIG_SCROLL_ON_BUTTON_DOWN);
      libinput_device_config_scroll_set_button(device, 2);
    }

    Als nächstes müssen die zum Kompilieren noch fehlenden Dateien nachinstallierte werden. Anschließend den Kompilierbefehl ausführen.

    sudo dnf install libinput-devel libudev-devel
    sudo gcc -shared -ldl -linput -fPIC hook.c -o hook.so

    Jetzt noch den folgenden Inhalt zum Einbinden der Library in der Datei „/etc/profile.d/libinput.sh“ speichern.

    Datei „libinput.sh“

    export LD_PRELOAD="$LD_PRELOAD /usr/lib/hook/hook.so"

    Nach einem Neustart sollte jetzt das Scrollen mittels mittlerem TrackStick-Button problemlos funktionieren.

    Credit/Quelle: PeterCyx

  • Simplify my tech life I: Fenstermanagement@macOS

    Es gibt kaum etwas nervigeres, als Programmfenster mit der Maus von Hand nebeneinander anzuordnen. Im Gegensatz zu Windows 10 (z.B. Windows-Taste + Pfeiltaste) bringt macOS jedoch keine Shortcuts zum simplen Managen der Fensteranordnung auf dem Bildschirm mit. Um diese Funktion unter macOS nachzurüsten, habe ich bislang auf das BetterTouchTool gesetzt (das die eigentlich zuständige Komponente BetterSnapTool beinhaltet). Dem überbordenden Funktionsumfang von BTT habe ich letztlich dann aber doch nicht (mehr) genutzt (wie die Individualisierung der Touch Bar oder von Touchpad-Gesten).

    Jetzt bin ich auf Magnet umgestiegen, das alle Funktionen mitbringt, die ich für mein Fenstermanagement brauche, aber auch nicht viel mehr. Leider nehme ich an, dass der Umstieg nicht viel an einem immer mal wieder auftretenden Problem ändern wird: ab und an funktionieren die Shortcuts nicht mehr, weil irgendein Safari-Tab oder anderes Programm vergessen hat, den macOS Secure Input Modus zum Schutz von Passworteingaben (der andere Programme vom Lesen der Tastatureingaben abhält) wieder zu beenden.

  • Netflix & Amazon Prime Video mit Firefox 59/60@Fedora 28

    Bei dem Versuch, Netflix und Amazon Prime Video unter Fedora 28 mit Firefox 59 oder Firefox 60 zum Laufen zu bekommen, kann es an der einen oder anderen Stelle haken. Daher im Folgenden die fünf möglichen Stellschrauben, an denen zu drehen seien könnte, wenn es mal wieder nur „Whoops, something went wrong… “ beim Aufruf eines Netflix-Videos heißt.

    1. DRM in den Firefox-Einstellung angestellt?
      Unter Einstellungen->Allgemein im Firefox muss „Inhalte mit DRM-Kopierschutz wiedergeben“ angeklickt sein.
    2. Widevine Plugin in Firefox-Add-ons tatsächlich schon installiert?
      Das Widevine-Plugin muss im Firefox unter Add-ons->Plugins installiert sein und auf aktiv stehen, damit geschütze Videos abgespielt werden können.
    3. ffmpeg/ ffmpeg-libs installiert?
      Die neuen Firefox-Versionen benutzen unter GNU/Linux nicht mehr die gstreamer Libraries, stattdessen wird ffmpeg benutzt. Zur Installation wird das rpmfusion-free Repository benötigt:

      wget http://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-28.noarch.rpm
      dnf install rpmfusion-free*
      dnf update
      dnf install ffmpeg ffmpeg-libs
      

      Danach sollten sich H.264 kodierte Videos abspielen lassen, was sich auf folgender Info-Seite von YouTube zum HTML5-Videoplayback überprüfen lässt:

      https://www.youtube.com/html5?gl=DE&hl=de

    4. compat-ffmpeg28 installiert?
      Neben ffmpeg-libs wird compat-ffmpeg28, ebenfalls im rpmfusion-free Repository zu finden, benötigt:

      dnf install compat-ffmpeg28
      
    5. Den Neustart von Firefox nicht vergessen!
      Notfalls kann auch noch Mal der Webseitencache zu leeren sein. Im Firefox unter Einstellungen->Datenschutz & Sicherheit->Cookies und Websitedaten: Daten entfernen

    Nach diesen fünf Schritten sollten sich hoffentlich die DRM-geschützten, H.264 kodierten Videos sowohl von Netflix als auch von Amazon Prime Video problemlos in Firefox 59 oder Firefox 60 abpsielen lassen.