Technikberichterstattung ist präzise…

sollte man zumindest meinen. In Bezug auf die neueste Änderung bei Google Mail werden wir aber mal wieder eines Besseren belehrt. So betitelt beispielsweise t3n ihren Artikel mit „Endlich „Undo“: Gmail lässt euch ab sofort Emails zurückholen“. Konkret geht es darum, dass Google eine „undo“-Funktion aus dem Lab-Bereich für testwillige Nutzer in den normalen eMail-Betrieb übernommen hat. Diese ermöglicht es, den Ansendenbefehl zum Verschicken einer Mail für eine selbstgewählte Zeitspanne rückgängig zu machen. 

So weit, so gut. Nur leider hat das ganze überhaupt nichts mit einem in viele Artikeln angeführten „zurückholen“ von eMails zu tun. Tatsächlich könnte Google wohl zwischen GMail-Nutzern verschickte (ungelesene) Mails auch nach dem Absenden aus der Empfängermailbox löschen. Aber nicht einmal in diesem Spezialfall wäre ein sicheres „zurückholen“ versandter Mails möglich, wenn diese bereits per Push auf das Smartphone o.ä. weitergeleitet worden sind. Von Mails zwischen unterschiedlichen Mailanbietern wollen wir jetzt gar nicht erst anfangen. Was also ist „undo“? Nichts weiter als ein zeitverzögerter Mailversand. Da wird keine Mail zurückgeholt, weil noch gar keine versandt worden ist. Es geht also nicht darum, eine eMail zurückzuholen, sondern darum, den den Absendenbefehl rückgängig zu machen. Würde man diesen großen Unterschied gleich vernünftig darstellen und benennen, würde man sich vielleicht auch gleich Rückfragen ersparen wie etwa, warum man eine ungelesene Mail nicht auch noch nach zwei Tagen zurückholen kann. 

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