Viel Nachrichtendienst hilft viel…

…, das scheinen zumindest einige zu glauben. Auf jeden Fall zieht Volker Zastrow in einem Kommentar in der FAZ unter dem Titel „Deutschland braucht fähige Nachrichtendienste“ aus dem vereitelten Anschlag (vermutlich auf das Frankfurter Radrennen) der beiden Dschihadisten aus Oberursel die Konsequenz, dass wir „fähige Dienste, präventive Überwachung, Vorratsdatenspeicherung, gesetzliche IT-Sicherheitsanforderungen“ bräuchten, um zukünftig Anschläge zu verhindern. 

Wie er zu dieser Erkenntnis kommt, erschließt sich bei der Lektüre des Artikels auch noch einigem angestrengten Nachdenken nicht. Angeführt wird vielmehr, dass eine aufmerksame Baumarktverkäuferin und die anschließende Funkzellenabfrage der Polizei auf die Spur der beiden Attentäten in spe geführt haben. Vielleicht meint Zastrow also, dass es jetzt an der Zeit sei, alle Baumarkteinkäufer präventiv zu überwachen. Man weiß ja nie, was Opa Meyer mit dem ganzen gekauften Düngemittel vorhat. 

Und überhaupt, wie soll bitteschön Vorratsdatenspeicherung mögliche Anschläge verhindern (schon ihr tatsächlicher Nutzen bei der nachträgliche Aufklärung ist ja nicht unumstritten…)? Aber logische Argumentationen lässte der Kommentar von Zastrow ja ohnehin vermissen. Da passen dann auch eingeworfene Dinge wie „die Schlächter [des IS spielen] online „Splinter Cell““, (klar, wer ist am islamistischen Terror Schuld, wenn nicht die böse Computerspieleindustrie) wieder ganz gut ins unterirdische Niveau der Ausführungen.

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