Neulich in einem großen, börsennotierten Unternehmen…

Herr L. aus dem oberen Management meinte, er wäre der besser Chef. Daher versuchte er, zusammen mit einigen anderen Kollegen, die er im Laufe der Zeit auf seine Seite ziehen konnte, Herr G. den Chef, der das Unternehmen allein aufgebaut hatte, aus dem Aufsichtsrat seines Unternehmens zu drängen. Letztlich war er damit jedoch nicht erfolgreich und Herr L. wurde medienwirksam aus dem Unternehmen entfernt.

Jetzt begann Herr L., über Soziale Medien, den alten Chef schlecht zu machen. Er verfügte über gute Kontakte und Ressourcen und begann sein eigenes Unternehmen aufzubauen. Sofort ging er daran, seinem alten Arbeitgeber die Kunden abspenstig zu machen. Und Herr L. hatte wirklich verlockende Angebote, die nicht wenige annahmen.

Herr G. sah dem gelassen zu. Schließlich hätten wir einen freien Markt, jeder kann also entscheiden, wie er will. Dass die verlockenden Angebote von Herrn L. mit zahlreichen Sicherheitsmängeln und Gesundheitsgefahren einhergingen, spielte kein Rolle. Natürlich hätte Herr G. die Möglichkeit gehabt, Herrn L. Einhalt zu gebieten. Seine Rechtsabteilung wäre dem auf jeden Fall gewachsen gewesen. Stattdessen meinte Herr G., sollten die Kunden doch selbst drauf kommen. Außerdem hatte er Herrn L. im Streit an den Kopf geworfen, dass er es sowieso nicht schaffen würde, alle treuen Kunden abzuwerben und sich anschließend auf eine entsprechende Wette eingelassen.

Ein Mann, ein Wort. Also ließ er Herrn L. mal machen. Immerhin stellte er ein paar seiner treuesten Kunden dazu ab, Werbung für sein Unternehmen zu machen. Nicht sehr erfolgreich, denn die Kunden liefen in Scharen davon. Aber das ist halt der freie Markt und Herr G. hatte sich darauf festgelegt, Herrn L. ein paar Jahrzehnte gewähren zu lassen. Dann erst würde er auf dem Markt aufräumen und dann würden die Kunden schon sehen, was sie davon haben. Sollten die dummen „Geiz ist geil“-Kunden doch in der Hölle schmoren.

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