Quick-Time-Events – Der Untergang des Abendlandes?

Es gibt eine neue Seuche mit dem kryptischen Kürzel QTE.
Den Laserdisc-Veteranen ist das ganz ja schon seit Mitte der 80er Jahre bekannt (Dragon’s Lair hatte bei uns – auch ungespielt – keinen guten Klang). Gemeint sind diese lästigen, unnötige Aufmerksamkeits- und Reaktionstests – besser bekannt als Quick-Time-Events.
Seitdem auch aktuelle Spiele immer mehr Gebrauch von „drücken sie in 1,5 sec Taste „A“, dann nach 2 sec Taste „B“ usw.“ machen, lohnt es sich doch mal, die Sinnhaftigkeit des ganzen zu hinterfragen.

Variante 1 – Der Aufmerksamkeitstest
Zwischensequenzen, Cutscenes oder wie auch immer man sie nennen möchte werden durch QTE unterbrochen. Konnte man sich früher bei Zwischensequenzen zurücklehnen und einfach die Story verfolgen, darf man bei aktuellen Spielen den Controller nicht mehr aus der Hand legen. Es könnte ja passieren, dass man irgendwann schnell auf Taste X (oder Y oder Z oder oder…) hauen muss, damit der Spielcharakter in der Zwischensequenz (die damit zur Spielsequenz wird?) nicht das Zeitliche segnet. Der Sinn dabei? Keiner? Vielleicht will das Spiel wissen, ob der Spieler noch nicht eingeschlafen ist? Zu lernen gibt es da nix – außer sich den richtigen Zeitpunkt für die richtige Taste zu merken und (ist das die Bestrafung?) die Zwischensequenz nochmal abspielen zu lassen. Es sind keine Entscheidungen zu treffen (Hallo Entwickler: Zwischensequenzen durch Multiple-Choice-Dialoge zu unterbrechen ist viel spannender und interaktiver als mit QTEs um sich zu schmeißen) und ein Erfolgserlebnis hat man durch das Meistern der QTEs auch nicht.
Fazit: Variante 1 -> Völlig unnötig

Variante 2 – Der Reaktionstest
In einem Kampf müssen zum Besiegen des Gegners in einer bestimmten Reihenfolge Tasten zu bestimmten Zeitpunkten gedrückt werden. Hmm – eigentlich ist das Variante 1 – nur mit weniger Zwischensequenz und dafür mehr Button-Smashing. Es geht nicht darum, gut zielen zu können oder Angriffskombos auswendig gelernt zu haben – sondern einfach darum sich eine Abfolge von Knopfbetätigungen für ein einmaliges Ereignis zu merken (Warum man z.B. auf diese Art den „Endgegner“ von Uncharted (PS3) besiegen muss bleibt wohl Geheimnis der Entwickler Hawaii find phone , da es überhaupt nicht zu den restlichen Kämpfen im Spiel passt).
Fazit: Variante 2 -> Unnötig und nervig

Variante 3 – Das pseudo QTE
Im normalen Spielablauf muss bei bestimmten Gelegenheiten (z.B. wenn der Gegner einem gerade – im Wortsinn – an den Kragen will) in einem kurzen Zeitfenster eine bestimmte Taste gedrückt werden. Warum das ein pseudo QTE ist? Wenn in der Anleitung einfach stehen würde „Kommt ihnen ein Gegner zu nah, müssen sie X drücken, um ihn wegzuschleudern, sonst überleben sie nicht“, dann wäre das ein normaler Teil der Bewegungssteuerung. Zum QTE wird es eigentlich nur durch das Einblenden des Buttons auf dem Bildschirm (und das unweigerlichem Ableben bei nicht rechtzeitigem Drücken des Buttons).
Fazit: Variante 3 -> Nix neues.

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