XBox 360 vs. PS3

Lange Zeit haben mich Konsolen nicht gereizt. Im Vergleich zum PC waren mir die Spiele zu teuer und die Steuerung zu umständlich (wenn man nur Maus/Tastatur gewöhnt ist und vornehmlich FPS spielt).
Der Umschwung kam mit der ersten XBox – mit Sonys Playstation konnte ich weder in der ersten, noch in der zweiten Modellreihe etwas anfangen. Endlich ein Controller der gut in der Hand lag – und ein Spielesortiment, dass doch etwas PC-näher anmutete.
Soweit so gut – die XBox 360 folgte zum Erscheinungstermin und ließ – mit Ausnahme der Lautstärke – keine Wünsche offen (bis sie sich dann zum ersten mal mit dem „Ring of Death“ verabschiedete). Einen weiteren RoD später Guam find phone , dem mittlerweile gescheiterten HD-DVD Format im Rücken und der neuen, hässlichen und vor allem völlig unpraktischen Oberfläche (NXE), bekam die XBox vor kurzer Zeit (vor allem auf Grund eines unschlagbaren Angebotes) Gesellschaft – in Form einer Playstation 3 (40GB Variante). Seitdem verstaubt die 360 im TV-Rack (trotz endlich angekommenem Fallout 3).
Hier mal mein (zugegebenermaßen subjektiver) Vergleich der beiden Konsolen:

PREIS
Die PS3 ist viel teurer? Das kommt wohl auf die Kriterien an. Um mit der XBox auf ein (vom Umfang/Können) vergleichbares Level zu kommen, müssen zum Grundpreis diverse Zubehörteile addiert werden).
XBox mit Festplatte (199 Euro) + WLan-Adapter (69 Euro) + Play/Charge-Bundle (17 Euro) macht 285 Euro. Das ist im Vergleich zu 380 Euro für die 80GB PlayStation 3 Version fast 100 Euro billiger, dafür muss man aber auf Blu-Ray verzichten und auch die Gebühren fürs Onlinespielen sind nicht berücksichtigt.
Fazit: Ein Punkt für die XBox (die gibts in mehr Varianten und günstiger).

SPIELE
Ohne zu zählen, scheint es für die XBox mehr Blockbuster-Exklusivtitel zu geben. Dabei kommt es aber wohl vor allem auf den Geschmack an. Für Halo/GoW braucht man die XBox, für Metal Gear Solid/Resistance/Killzone die PS3 (wobei aus meiner Sicht für die PS3 augenblicklich noch Little Big Planet, Motorstorm und Uncharted sprechen).
Seltsamerweise kommt es mir so vor, als wären die PS3 Spiele um einiges billiger. Für meine letzten Spiele habe ich zwischen 20 und 35 Euro bezahlt. Ein kurzer Vergleich bei cd-wow scheint das zu bestätigen: Mirror’s Edge (PS3: 36 Euro / XBox 360: 49 Euro) – TC RS:Vegas 2 (PS3: 21 Euro / XBox 360: 49 Euro) – TC Ghost Recon AWF 2 (PS3: 25 Euro / XBox 360: 31 Euro).
Fazit: Unentschieden (aus meiner Sicht wegen der Preise mit leichter Tendenz zur PS3).

GRAFIK
Schwierig. Für beide System gibt es Spiele, die ziemlich gut aussehen. Von den Details her halte ich die PS3 für besser (z.B. erlaubt Blu-Ray besser aufgelöste Texturen) – dafür muss man auf Kantenglättung verzichten (im direkten Vergleich sehen die XBox Versionen deswegen meistens besser aus)- was sich aber etwas relativiert, wenn man nicht direkt vor dem Fernseher sitzt. Dafür hat die PS3 bei (schwierigerer) Anpassung von Titel für die Plattform wohl mehr Potenzial.
Fazit: Unentschieden (wegen Kantenglättung eher mit Tendenz zur XBox).

ONLINE
PlayStation@NetworkAuch nicht einfach. XBox Live hat das größere Angebot (vor allem in Sachen Demos und Arcade-Spiele), dafür macht die Benutzung des Shops (langsam/ unübersichtlich) wenig Spaß. An die Communityfähigkeit und -Optionen von XBox Live kommt das Playstation-Network auch nicht heran.
Der wohl größte Nachteil von XBL ist aber, dass Onlinespielen Geld kostet (und mit 60Euro im Jahr auch nicht gerade wenig – und für online Splitscreen braucht man dann gleich zwei kostenpflichtige Accounts…). Für Leute, die nur ab und zu mal eine Runde spielen wollen , macht das keinen Sinn – und damit verliert die XBox sämtlichen Pluspunkte, die sie ansonsten in Sachen Onlinegaming aufweist (dafür stört einen der fehlende WLan-Adapter dann aber auch nicht mehr).
Fazit: PS3 siegt dank kostenlosem Multiplayer. Wer gerne Geld an Microsoft bezahlt, bekommt mit der XBox etwas Mehrwert.

BEDIENUNG
Bei der Oberfläche liegt die PS3 meilenweit vorn. Sie ist übersichtlich, einfach aber schick und vor allem schnell. Die XBox 360 ist das genaue Gegenteil. Viel zu bunt und unübersichtlich – und vor allem im Online-Shop sau langsam. Konnte man sich mit den „Blades“ noch halbwegs anfreunden ist die neue NXE einfach nur schlecht (und dann noch die alten Blades in schlechterer grafischer Version über den Guide-Button einzubinden – und damit gleichzeitig zwei unterschiedliche Bedienkonzepte zu fahren – halte ich für total daneben).
Eine Nachteil bei der Bedienung hat aber auch die Playstation: die über Bluetooth angebundene Fernbedienung, die es unmöglich macht (ohne Zubehör) eine Universalfernbedienung für alle Medien-Geräte einzusetzen (dafür ist das SlotIn-Laufwerk aber wiederum ein Bedienvorteil).
Fazit: Eindeutiger Vorsprung der PS3.

CONTROLLER
Der Controller der Playstation hat mich immer abgeschreckt – zu klein und zu unergonomisch. Der XBox 360 Controller ist (in Sachen Ergonomie) das Maß der Dinge. Warum Microsoft allerdings immer noch dieses kaum benutzbare Steuerkreuz verwendet kann ich nicht nachvollziehen (seit dem SideWinder Freestyle Pro – der übrigens schon 1999 Bewegungssteuerung hatte – hat sich da gar nichts getan). Auf dem XBox Pad sind die Thumb-Sticks zwar besser angeordnet, an den Sticks des PS3 bleiben dafür die Daumen besser „kleben“. Insgesamt ist der PS3 Controller dann doch gar nicht so unergonomisch, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat. Ziemlich schlecht gelungen sind aber die analogen Trigger – die sind beim Gamepad der PS3 viel zu klein, der Hebelweg ist relativ kurz und die Trigger sind nach unten abgerundet, so dass man schnell abrutscht. Dafür ist der Akku integriert und zum Laden reicht ein normales USB-Kabel. Und dann gibt es ja noch das SixAxis-Feature.
Die Bewegungssteuerung ist teilweise ziemlich unnötig – bei Rennspielen macht die Benutzung zwar kurzfristig Spaß, ist aber im Vergleich zum Stick meistens viel zu ungenau. Dann gibt es aber wiederum Bewegungsabläufe, wo sie schlicht genial ist. Das beste Beispiel ist hier Mirror’s Edge – das Blancieren über Rohre geht wesentlich einfacher und intuitiver von der Hand und auch das Abrollen durch kippen des Controllers nach vorne integriert sich vorbildlich in das Gesamtkonzept (und erhöht das „Mittendrin“-Gefühl, dass schon durch die Perspektive erzeugt wird gewaltig).
Fazit: Der PS3 Controller liegt ein wenig vorn (Funktionalität vor Ergonomie).

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