Von Bayern, Killerspielen und Verbotsanträgen

Nun ist es also endlich so weit – Bayern bringt das Killerspielverbot in den Bundesrat ein. Pünktlich zum Gedenkgottesdienst an der renovierten Geschwister-Scholl-Schule, die sieben Wochen nach dem Amoklauf heute wiedereröffnet wurde.   (Medien)aufmerksamkeitstechnisch gesehen, wahrscheinlich gar kein schlechter Schachzug.

Das Verbot soll nicht nur Killerspielen betreffen, sondern auch Spiele, bei denen die Kontrahenten mit Spielzeugwaffen aufeinander schießen (darunter fallen dann wohl Paintball/Gotcha, Softair – was ist wohl mit Wasserpistolen?). Also kein Räuber und Gendarm mehr für die lieben Kleinen.

Das hantieren mit echten Schusswaffen bleibt natürlich weiterhin erlaubt – kein Problem also für Schützenvereine und Bundeswehr (vielleicht sollte sich alle „Spieler“ also umorientieren…).

Die Frage, was das ganze bringen soll (außer Publicity), bleibt leider auch unbeantwortet – von der Umsetzbarkeit (EU-Recht, Wettbewerbsbehinderung) ganz zu schweigen. Ohne aussagekräftige Untersuchungen bleibt man halt auf Halbwahrheiten und Aussagen wie „ohne Killerspiele hätte der Amoklauf von Emsdetten nicht stattgefunden“ angewiesen.

Auf ein Verbot sind wir dagegen mit sicherheit nicht angwiesen. Andererseits könnten wir uns dann weiteres nachdenken scheken und niemand müsste sich Gedanken über unser Schulsystem, Sozialisation, Verantwortung und Elternhaus machen.

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