Ein Monat mit blendle.com – Erstes Fazit

Nachdem ich im Oktober meinen ersten Zeitungsartikel über blendle.com gelesen habe, wird es Zeit, ein erstes Fazit nach gut vier Wochen zu ziehen.

Einfach und übersichtlich, aber auch etwas intransparent. Ein Klick auf einen Artikellink der täglichen Mail und man landet sofort im gewählten Artikel. Nicht erst in einer kurzen Vorschau, man wird sofort automatisch um eine vorher nicht einsehbaren Betrag erleichtert (warum kann man die Kosten nicht schon in der Mail anzeigen? Natürlich kann man sich sein Geld einfach wieder holen, wenn man unzufrieden mit dem Gebotenen ist oder mal wieder ausversehen zu schnell auf einen falschen Link geklickt hat…).

Jetzt gibt es automatisches Aufladen um 10 Euro, sobald nur noch ein Euro oder weniger auf dem Konto ist. Leider halten 10 Euro nicht sehr lange. Ein Spiegel Artikel? 1,99 Euro weg. Bei einem digitalen Heftpreis von 3,99 Euro finde ich eine solche Preisgestaltung indiskutabel. zumindest blendle kommt einem aber entgegen – würde man mehr für Einzelartikel einer Zeitschriftenausgabe ausgeben als die Gesamtausgabe kostet, bekommt man stattdessen diese komplett freigeschaltet. Aber meiner Meinung nach wird das ganze Konzept, für einzelne für einen interessante Artikel zu zahlen, ad absurdum geführt, wenn ein Artikel fast die Hälfte des Zeitschriftenpreises kostet.

Statistik über gut vier Wochen : 30 gekaufte Artikel im Wert von 16,74 Euro

  • 3 Der Tagesspiegel
  • 5 Der Spiegel
  • 3 WirtschaftsWoche
  • 2 Süddeutsche Zeitung
  • 1 NZZ
  • 6 Frankfurter Allgemeine
  • 1 Handelsblatt
  • 2 Die Zeit
  • 1 The Economist
  • 1 Stern
  • 1 Bild am Sonntag
  • 1 Hannoversche Allgemeine
  • 1 Die Welt
  • 1 Cicero
  • 1 Rheinische Post
  • Durchschnittlicher Preis je Artikel: 56 Cent
  • Preisspanne: 25 Cent bis 1,99 Euro

Es mag zwar etwas absurd anmuten, aber ich glaube, blendle würde für mich erst wieder richtig interessant werden, wenn die Verlage anfingen, ihren Content hinter einer Paywall zu verstecken statt, doch relativ zeitnah, werbefinanziert über ihre Webseite frei zugänglich zu machen.

Erst heute morgen hat mir blendle, wie jeden Tag, eine Mail mit dem „Besten auf Blendle“ geschickt. Darin der Link auf einen Artikel der Zeit, den ich für 0,29 Cent hätte kaufen können. Nun hatte ich aber just diesen Artikel einen Tag zuvor bereits kostenlos direkt über den RSS Feed der Zeit gelesen.

Jetzt bei jedem möglicherweise interessanten Artikel erstmal zu gucken, ob es den schon umsonst auf der Originalseite gibt, ist mir viel zu anstrengend.

--
Beitrag interessant? Ich freue mich über einen Kauf bei Amazon*.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

code